Pressegespräch “Sicher und vernetzt produzieren”

Vor etwa 40 Journalisten stellte Prof. Dr.-Ing. Reimund Neugebauer heute im Pressegespräch Innovationsfelder der Fraunhofer-Gesellschaft vor. Im Fokus standen die Themen Effizienztechnologien und Digitalisierung.

“Wenn die Menschheit auf dem bisherigen Standard weiterlebt, müsste der Ressourceneinsatz in den nächsten Jahren versechsfacht werden”, so Neugebauer. “Effizienztechnologien sind daher alternativlos.” Als Beispiele für Fraunhofer-Entwicklungen nannte er die Leitprojekte E3-Fabrik sowie Seltene Erden.

In punkto Digitalisierung nannte Neugebauer drei dringende Handlungsfelder für die Industrie 4.0: Zuverlässige IT-Sicherheit, angemessene Latenzzeiten und international etablierte qualitätssichernde Standards. Mit diesen Punkten befasse sich der Industrial Data Space, eine gemeinsame Initiative von Fraunhofer, der Bundesregierung und namhaften Industrieunternehmen. In dem Datenraum werde es möglich, Produktionsdaten quer über Branchen hinweg sicher zu verwerten und neue Geschäftsmodelle zu schaffen. Die Daten blieben dabei im Besitz ihres Eigentümers. Zur CeBIT 2016 sollen es erste Ergebnisse zum Industrial Data Space vorgestellt werden.

Im Anschluss stellte Prof. Welf-Guntram Drossel, Leiter des Fraunhofer-Instituts für Werkzeugmaschinen und Umformtechnik IWU einige Projekte in Sachen Industrie 4.0 vor – darunter iMain, eine twitternde Produktionsmaschine für die kooperative Instandhaltung und Scout, eine Lösung zur situativen Produktionssteuerung durch mobile Roboterunterstützung.

Abschließend ging Dr.-Ing. Olaf Sauer, stellvertretener Leiter des Fraunhofer-Instituts für Optronik, Systemtechnik und Bildauswertung IOSB auf das Projekt “Secure Plug & Work” ein. Auf kleinen eingebetteten Systemen bringt jedes Bauteil relevante Informationen zu seinen Eigenschaften gleich mit. Sobald eine Maschine mit den verschiedenen Komponenten in Betrieb genommen wird, werden diese Daten automatisch eingespielt. So kann etwa die Wartung verbessert oder wichtige Erkenntnisse zum Betrieb der Maschine gewonnen werden. Dies wiederum erschließt neue Geschäftsmodelle, etwa zusätzliche Services für Kunden. Sicherheit ist dabei enorm wichtig, daher läuft die Kommunikation verschlüsselt und es werden nur Originalteile erkannt. Das IOSB nutzt in dem Projekt bereits existierende Standards.

Weitere Fraunhofer-Exponate zur Industrie 4.0 befinden sich in den Hallen 2, 3, 7, 13 und 17.

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