Zielmärkte

China

Die Konjunktur in China kühlt immer weiter ab. Für 2015 wird ein Wirtschaftswachstum von sieben Prozent erwartet; im vorangegangenen Jahr war das Wachstum mit 7,4 Prozent bereits so niedrig wie seit 25 Jahren nicht mehr. Auch in der Baubranche ist der Boom abgeflacht und das Wachstum verläuft langsamer als bisher. Derzeit leben etwa mehr als 53 Prozent der Einwohner des bevölkerungsreichsten Landes der Erde in Städten. Zum Vergleich: In Deutschland liegt der Urbanisierungsgrad aktuell bei 74 Prozent. Trotz vieler Restriktionen (Zuwanderungsbeschränkungen, Hukou System) ist jedoch die Urbanisierungsrate in China ungebrochen hoch und viele Regionen zählen zu den am dichtest besiedelten der Welt. Für das Jahr 2020 wird von den UN bereits ein Urbanisierungsgrad von 70 Prozent prognostiziert. Chinas jährliches Bauvolumen rangiert weltweit immer noch auf der Spitzenposition und beträgt derzeit 18% des weltweiten Bauvolumens. Prognosen der Unternehmensberatung PWC zufolge könnte dieser Wert auf 26% bis zum Jahr 2020 steigen.

»Deutschland hat viele intelligente Lösungen, die aber in China nicht unbedingt einsetzbar sind, sondern angepasst werden müssen. Ohne chinesische Partner hat man dabei wenige Chancen.«

Brasilien

Bis vor einigen Jahren galt Brasilien als aufstrebende Volkswirtschaft. Das ressourcenreiche Land profitierte von weltweit steigenden Rohstoffpreisen und verzeichnete in den Jahren 2004 bis 2011 ein durchschnittliches Wachstum von 4,9 Prozent. Seit 2012 ist das Wirtschaftswachstum allerdings eingebrochen, 2014 stagnierte es nahezu mit einem Zuwachs von nur 0,15 Prozent, für das Jahr 2015 wird mit einem Rückgang gerechnet. Zeitgleich nahm die Inflation stark zu und betrug Anfang 2015 7,1 Prozent.

»In zehn Jahren wird Brasilien sehr viel mehr in die internationale Wertschöpfungskette integriert sein.«

Viele derzeitige Probleme sind nach Ansicht der Interviewpartner teilweise auf bewusste Entscheidungen der brasilianischen Regierung zurückzuführen: Um etwa die Binnenwirtschaft zu stärken, gibt es für den Markteintritt ausländischer Unternehmen sowie für Importe hohe Hürden, sagen die Experten. Die eigenen brasilianischen Produkte besitzen aber oftmals nicht die gleiche Qualität wie ausländische Importwaren, was den Befragten zufolge langfristig die industrielle Produktivität beeinträchtigt. Unabhängig der prekären wirtschaftlichen Situation, sehen alle Experten in Brasilien einen attraktiven Fokusmarkt mit großem Potential. Brasilien verfügt als führende lateinamerikanische Volkswirtschaft z.B. über das weltweit siebtgrößte Bruttoinlandsprodukt und einen Markt, der 200 Millionen Brasilianer erreichen kann.

»Alle haben Nachhaltigkeit als Thema erkannt, aber es ist noch viel Luft nach oben.«

Die große Mehrheit der brasilianischen Bevölkerung lebt in Städten – 2014 waren es 85 Prozent aller Brasilianer. Über die letzten Jahre hat sich dieser Anteil stetig erhöht. So lag die Urbanisierungsrate im Zeitraum zwischen 2011 und 2014 bei jährlich 1,2 Prozent. Ein Versäumnis der brasilianischen Regierung, das in diesem Kontext von den Interviewpartnern genannt wurde und großflächige Auswirkungen hat, ist die Modernisierung der maroden Infrastruktur. Derzeit laufen Großprojekte, die die Häfen, Straßen, Eisenbahnen und Flughäfen erneuern.

Weitere Zielmärkte
  • Arabischer Raum
  • Indien
  • Europa
  • USA